Norbert Marohn

Marohn über Marohn


VERMUTUNGEN



 


 







Dass ich gerecht wär, behaupt ich
Nicht – Wahrheit
Macht glücklich?

Wann wär ich geboren? Die zwanziger Jahre
Bewahre ich lebhaft, da war ich jung, unruhig:
Rosa erst, dann mehr und mehr Leichen, unerbittlich
Hoelz: als sogenannter Angeklagter – der ich
Nicht bin – denn ich bin der Kläger! Der putschende
Röhm im Münchner Wehrkreis, wo längst Berlin
Auf der Weltbühne: Blandine mit Hollaender
Marinus, verspätet die Fackel, für allemal
Auf Race Records Ma Rainey, Clara und Bessie Smith.

Ich muss von Bauern abstammen, stubenrein:
Zwischen Rüben, Kartoffeln, Hunden, noch mehr
Katzen – mein Blick ist der Blick von unten. Mein Organ ist das Ohr.
                                                       Es gibt zu viel, was in Worten
Nicht aufgeht, in Tönen ganz. Ich bin der Hörer der Welt
Hör sie zu Ende. Mein Instrument das Cello. Meine Zahl
Die Vier. Für meine Gesundheit vier bierfreie Wochen
Im Jahr. Natürlich nicht ununterbrochen.
 

Ich muss? Kindheit? Kann nicht gewesen sein
Mir fällt so gut wie nichts ein, was hierin den
Zusammenhang deckt. Wer nicht hören will, muss
Wen bei Billie Sodbrennen anfällt, der kann
Von Bessie  nicht genug bekommen: Späte Muttermilch
Flüssiger Samen, weiß, wer mit den Stones pubertierte
Dass Musik Sex ist, wie selten Befriedigung
Befreiung bleibt? Dass ich gerecht wär
Behaupt ich nicht - Wahrheit?

                                    MEIN BLICK DER VON UNTEN
                                    IN JEDER HINSICHT

 

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LESELISTEEMPFEHLUNGEN


LITERATUR VON UNTEN


 

Tschingis Aitmatow    Der Weg des Schnitters

 


Arkadi Babtschenko   Die Farbe des Krieges

 

Gerbrand Bakker        Oben ist es still

 


 


James Baldwin          Giovannis Zimmer

Alexander Bek            Die Wolokolamsker Chaussee


Parker Bilal                 Die dunklen Straßen von Kairo

Tadeusz Borowski      Bei uns in Auschwitz


Werner Bräunig           Rummelplatz

Eugène Dabit              Petit-Louis ; Hôtel du Nord

Giancarlo De Cataldo/ Carlo Bonini     Suburra. Schwarzes Herz von Rom


Hans Fallada               Wolf unter Wölfen

Dan Fesperman           Lügen im Dunklen

Marieluise Fleißer        Abenteuer aus dem Englischen Garten; Fegefeuer in Ingolstadt

Jean Genet                  Notre Dame des Fleurs; Tagebuch eines Diebes


Helon Habila               Öl auf Wasser

Knut Hamsun              Segen der Erde; Die Weiber am Brunnen


Peter Handke              Wunschloses Unglück

Chester Himes Flieh, wenn du kannst; Plan B


Ödön von Horvath      Geschichten aus dem Wiener Wald

Imre Kertész               Roman eines Schicksallosen


Yasmina Khadra         Morituri; Doppelweiß

Jens Lapidus               Spür Die Angst; Lass sie bluten


Boris Lawrenjow        Der siebente Trabant

Gert Ledig                  Die Stalinorgel


Primo Levi                  Wann, wenn nicht jetzt?

António Lobo Antunes           Portugals strahlende Größe


Dominique Manotti     Letzte Schicht; Hartes Pflaster

Mukoma wa Ngugi     Nairobi Heat


Yambo Ouologuem     Das Gebot der Gewalt



Pier Paolo Pasolini      Vita violenta

Ulrich Plenzdorf         kein runter kein fern


Ian Rankin                  So soll er sterben

Patrick Raynal            Halbmond über Nizza; In der Hitze von Nizza


Alberto Vázquez-Figueroa              Tuareg

Mercé Rodoreda         Auf der Plaça del Diamant


Peter Rosegger            Jakob der Letzte

Joseph Roth                Die Büste des Kaisers; Das falsche Gewicht

Warlam Schalamow    Durch den Schnee; Linkes Ufer. Erzählungen aus Kolyma

Adam Scharrer            Der Hirt von Rauhweiler


Michail Scholochow   Der stille Don

Wassili Schukschin     Gespräche bei hellem Mondschein u. a. Erzählungen

Anna Seghers              Grubetsch; Die Ziegler; Kopflohn


Jorge Semprun            Was für ein schöner Sonntag

Hermann Sudermann              Litauische Geschichten

László Végel               Exterritorium. Szenen vom Ende des Jahrtausends

Vercors                        Das Schweigen des Meeres


Artjom Wesjoly           Blut und Feuer

Don Winslow              Tage der Toten


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